Bezirksvertretung Mitte
Die Fraktion HAK/Die Linke stellt folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am 29. Januar 2026 zu setzen.
Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird beauftragt, für den Kreuzungsbereich Kuhlestraße / Wehringhauser Straße (L700 – Bahnhofshinterfahrung) kurzfristige und bauliche Maßnahmen zur nachhaltigen Reduzierung der Unfallzahlen zu
prüfen und umzusetzen.
Hierzu legt die Verwaltung eine Vorlage mit Unfallanalyse, Bewertung der
bestehenden Lichtsignalanlage sowie umsetzungsreifen Maßnahmenvorschlägen inkl. Kosten- und Zeitplan vor. Dabei sind mindestens folgende Varianten fachlich zu untersuchen und gegenüberzustellen:
1. Signaltechnische Sofortmaßnahmen, insbesondere Einführung einer geschützten Linksabbiegerphase (Grünpfeil) für die Relation Eckesey → Wehringhauser Straße, Anpassung der Zwischenzeiten und Räumzeiten, getrennte Signalgruppen je Fahrstreifen, Anpassung der Spurführung und Markierung im Knotenbereich.
2. Kleinbauliche Umbaumaßnahmen, u.a. Prüfung einer separaten Linksabbiegespur mit ausreichendem Stauraum, Optimierung der Fahrstreifenführung und Aufstellflächen, Verbesserung der Sicherheit für Fuß- und Radverkehr.
3. Umbauvariante Kreisverkehr, einschließlich der Prüfung eines mehr streifigen (Turbo-)Kreisverkehrs, mit Bewertung von Leistungsfähigkeit, Flächenbedarf, Auswirkungen auf ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie Kosten. Die Ergebnisse der Unfallkommission sind in die Bewertung einzubeziehen.
Ömer Oral Tel.: 023312073063 Email: fraktion@hak-hagen.de
Rüdiger Hentschel Tel.:023312073005 Email: ratsgruppe@dielinke-hagen.de
Begründung:
Der Knoten Kuhlestraße / Wehringhauser Straße (L700 – Bahnhofshinterfahrung) ist als Unfallhäufungsstelle bekannt. Die dort regelmäßig auftretenden Abbiegeunfälle insbesondere zwischen Linksabbiegern aus Richtung Eckesey in die Wehringhauser Straße und dem Geradeausverkehr aus Richtung Haspe in Richtung Eckesey zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern um ein strukturelles Sicherheitsproblem handelt.
Warnbeschilderung allein kann das Unfallrisiko nicht nachhaltig reduzieren, da der eigentliche Konflikt in der Freigabelogik der Lichtsignalanlage und in der Geometrie des Knotenpunktes liegt. Ziel muss es sein, diesen Konflikt sowohl kurzfristig signaltechnisch als auch mittelfristig baulich aufzulösen und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer deutlich zu verbessern. Konkrete Prüffragen an die Verwaltung Die Verwaltung wird gebeten, in der Vorlage insbesondere folgende Fragen verbindlich zu beantworten:
1. Wie viele Verkehrsunfälle haben sich an diesem Knoten in den Jahren 2022, 2023, 2024 und 2025 ereignet, und wie verteilen sie sich auf Unfallraten (Abbiege-, Auffahr-, Querung Unfälle), Tageszeiten und Wochentage, Schweregrade (Sachschaden, Personenschaden, Schwerverletzte, Todesfälle)?
2. Welche Unfallkonstellationen treten am häufigsten auf und welche Fahrbeziehungen sind dabei überproportional beteiligt?
3. Wie ist die aktuelle Ampelschaltung im Detail aufgebaut (Umlaufzeit, Freigabepläne, Zwischenzeiten, Räumzeiten, Detektoren Steuerung) und welche Konfliktpunkte bestehen aus verkehrsplanerischer Sicht?
4. Weshalb wurde bisher keine geschützte Linksabbiegerphase für die besonders unfallträchtige Relation eingeführt und welche technischen oder verkehrlichen Gründe stehen dem aktuell entgegen?
5. Welche kurzfristigen signaltechnischen Maßnahmen können innerhalb von maximal sechs Monaten umgesetzt werden und welche Unfallreduzierung ist dabei fachlich zu erwarten?
6. Welche klein baulichen Umbauten sind im Bestand möglich (Spuraufteilung, Markierung, Stauraumverlängerung, Bordumbauten) und mit welchen Kosten und Bauzeiten wären diese verbunden?
7. Ist ein Umbau zu einem Kreisverkehr an dieser Stelle leistungsfähig möglich? Welche Verkehrsbelastungen liegen heute auf den einzelnen Zufahrten vor? Welche Kreisverkehrsform (ein- oder mehr streifig, Turbo) wäre erforderlich? Welche Flächen müssten zusätzlich in Anspruch genommen werden und welche Grundstücke wären betroffen? Welche Kosten wären hierfür grob zu erwarten?
8. Welche Empfehlungen hat die Unfallkommission bereits ausgesprochen und welche davon wurden bislang umgesetzt, welche nicht und warum?
9. Welche Vorzugsvariante empfiehlt die Verwaltung aus fachlicher Sicht zur nachhaltigen Reduzierung der Unfallzahlen und mit welchem realistischen Zeitplan kann deren Umsetzung erfolgen?
